Stärken & Möglichkeiten
Was kannst du eigentlich gut?
Auf diese Frage fällt einem manchmal erstaunlich wenig ein. Konkrete Erinnerungen und Rückmeldungen von anderen können helfen, eine Antwort zu finden.
Wenn du lange vor allem Kritik gehört hast, fällt diese Frage vielleicht schwer. Ein konkretes Erlebnis ist oft ein leichterer Anfang als eine Liste guter Eigenschaften. Nimm eine Situation, die dir einfällt, und schau sie dir genauer an.

Beginne mit einem konkreten Moment.
Wann ist dir zuletzt etwas gelungen oder hat dir Freude gemacht? Das kann eine gelöste Frage sein, ein Gespräch, ein Essen, eine Reparatur oder ein freundlicher Moment. Schreib auf, was du selbst dazu beigetragen hast.
Vier Fragen, die dir weiterhelfen können.
- Was lag mir daran? Interesse, Sinn oder Freude?
- Was habe ich beigetragen? Eine Idee, Wissen, Sorgfalt, Humor oder etwas anderes?
- Was hat es möglich gemacht? Ruhe, Vorbereitung, Unterstützung oder ein klarer Rahmen?
- Wie ging es mir danach? Zufrieden, erschöpft oder beides?
Du kannst deine Antworten auf Papier notieren oder jemandem erzählen. Eine konkrete Situation und ein paar Stichworte reichen als Anfang.
Lass andere einen konkreten Blick beitragen.
Statt „Was kann ich gut?“ kannst du eine vertraute Person fragen: „Wann hast du erlebt, dass ich etwas hilfreich beigetragen habe?“ Ein Beispiel ist oft leichter anzunehmen als ein großes Kompliment.
Frag bei einer Rückmeldung nach einem Beispiel. Dann kannst du besser einschätzen, was damit gemeint ist. Wenn andere vor allem schätzen, dass du jederzeit einspringst, lohnt sich auch die Frage, wie viel Kraft dich das kostet.
Mach aus einer Beobachtung eine kleine Gelegenheit.
Ich erkenne etwas
„Ich kann Zusammenhänge verständlich erklären.“
Ich wähle eine Gelegenheit
„Ich erkläre eine Sache in einer ruhigen Runde.“
Ich schütze meine Kraft
„Ich bereite mich kurz vor und übernehme nicht alles.“
Wenn du gerade wenig Zugang zu deinen Stärken hast.
Wenn du erschöpft oder niedergeschlagen bist, kann diese Beschäftigung mit Stärken schwerfallen. Vielleicht fällt dir zu jedem gelungenen Moment sofort etwas ein, das schiefging. Leg die Fragen dann erst einmal zur Seite und überlege, welche Hilfe du gerade brauchst.
Wenn Niedergeschlagenheit, Freudlosigkeit oder Erschöpfung anhalten oder deinen Alltag deutlich beeinträchtigen, sprich mit einer ärztlichen oder psychotherapeutischen Fachperson. Wege zu Unterstützung.
Eine vertraute Person könnte dir bei der Suche nach einem Termin helfen oder eine Aufgabe übernehmen, die liegen geblieben ist. Über eine konkrete Bitte lässt sich oft leichter sprechen als über das Gefühl, mit allem überfordert zu sein.
Zum Weiterlesen
Quellen und weiterführende Informationen
Die Fragen helfen dir, konkrete Erlebnisse zu betrachten und deine Fähigkeiten genauer zu beschreiben. Die verlinkten Studien zeigen, welche Stärken andere Menschen mit ADHS oder Autismus bei sich wahrnehmen.